… Antje Heimsoeth

Avatar-ZwiegesprächEine Freundin sagte mir vor einigen Jahren, dass Bügeln als Meditation bei ihr am besten funktioniere – eine Art häusliches Mentaltraining. Bei mir dagegen hat es weder in der Vergangenheit oder in der Gegenwart je diesen Effekt gehabt. Achtsam ein heißes Gerät hin und herzuschieben und dabei aufzupassen sich nicht die Finger zu verbrennen oder zusätzliche Falten ins Kleidungsstück zu bügeln …

Tom Watson, der berühmte amerikanische Golfprofi – immerhin 5-facher British Open Gewinner und einer der erfolgreichsten Golfer aller Zeiten sagte einst: „Am Golfschwung zu arbeiten, ist wie ein Hemd zu bügeln. Kaum hat man eine Seite fertig, ist die andere Seite wieder voller Knitter.“

Auch hier wieder – in einem anerkannt, mental anstrengenden Sport – Bügeln!

Schon interessant, daher rief ich sie an und wollte mehr darüber wissen, warum sie denn das Bügeln so meditativ ansehe. Ihre Antwort war wieder etwas ungewohnt für mich: „Es sei die Wärme, die das Gerät ausstrahle, der stabile Griff biete Sicherheit und Kontrolle während sie die klare Struktur z.B. eines Hemdes nehme, um die Richtung beim Bügeln festzulegen. All dass würde mehrere Sinne beanspruchen, was ihre volle Konzentration benötige.

Aha – da dachte ich mir, sie erklärt mir das Bügeln wie eine Reiter das Dressurreiten.

Nur wenn man es genau nimmt, auch da haben wir einen Sport – allerdings eher mit Bügel – der gut ausgebildete mentale Fähigkeiten benötigt. Frau Heimsoeth, helfen sie mir doch bitte mal weiter, würden auch sie Bügeln als Mentaltraining empfehlen?

 

Ohne Sie abbügeln zu wollen – aber Mentaltraining bedeutet weit mehr als den Geist und Körper zu entspannen oder sich zu konzentrieren. Monotone Arbeiten wie Bügeln, Putzen oder Walken können zwar helfen, abzuschalten und den Kopf frei zu bekommen. Doch Mentaltraining umfasst darüber hinaus Aspekte wie Umfeldmanagement, Gedankenhygiene, Umgang mit Emotionen, Rituale und Routinen, Umgang mit Stress, Umgang mit Prüfungsängsten, Kommunikation, emotionale Bindungen, Spaß, Selbstwert, Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein (sich-seiner-selbst-bewusst-sein), soziale Kontakte wie Freunde und Familie u.v.m.

antje-heimsoeth-im-zwiegespraech-mit-jonny-hofer-3Gleichwohl ist das Thema Entspannung als Bereich des Mentaltrainings ein „heißes Eisen“. Spitzensportlern gelingt es seit vielen Jahren, sich mit Hilfe von Mentaltraining immer wieder zu Höchstleistungen zu pushen, doch sie wissen ebenso um die Notwendigkeit, ihrem Körper und Geist zwischendurch Erholung und Regeneration zu schenken. Die meisten von ihnen pausieren vier bis fünf Monate im Jahr. Im Business hingegen, wo Mentaltraining zunehmend genutzt wird, um sich für berufliche Herausforderungen fit zu machen, erwarten wir von uns und anderen permanente Höchstleistungen. Die nötige Regeneration vernachlässigen wir dabei allzu oft. Ein fataler Fehler – Pausen sind nicht nur wichtig, um neue Energie zu schöpfen, sondern wirken sich auch positiv auf die Psyche aus. Ich empfehle häufig, mal (wieder) achtsam von Büro zu Büro zu gehen oder in der Natur auf Tiere und Veränderungen, die wir tagtäglich in der Natur beobachten können, zu achten. Manche Menschen, die mich z.B. in die Berge begleiten, würden auf Salamander treten, weil sie diese gar nicht mehr sehen. Gehen Sie in der Mittagspause raus, verlassen Sie Ihr Büro und bewegen Sie sich an der frischen Luft. Das ist wesentlich gesünder und besser, als am Schreibtisch vor dem PC sitzend nebenbei eine Brotzeit zu essen.

Ich selbst meditiere weder beim Bügeln noch auf dem Pferd oder Golfplatz, sondern nutze andere Übungen wie die Progressive Muskelentspannung, da diese Entspannungstechnik gleichzeitig die Körperwahrnehmung erhöht und überall einsetzbar ist, sogar beim Golfen oder Reiten.

 

Viele Menschen, die sich noch nicht mit Mental Coachings beschäftigt haben, bekommen bei dem Wort Orientierungsphase schon erste Bedenken. Die meisten wollen doch bestimmt ruck-zuck „Mental“ eingestellt werden, um mit einem täglichen Mini-Aufwand, für einen 16 Stunden-Tag gerüstet zu sein, oder?

 

Wirklich Bedenken hat noch niemand geäußert. Zudem ich den Sportmentaltrainings-Zyklus, den Sie hier ansprechen, ja nicht im Coaching vor uns auf den Tisch lege. Es ist mir bewusst, dass sich nur wenige Menschen eine halbe Stunde bis Stunde Zeit nehmen würden, um zu meditieren oder andere längere Übungen zu machen. Deshalb gebe ich meinen Klienten kleine mentale Übungen an die Hand, die sie im Alltag beim Autofahren, Warten an der Kasse, in den Pausen im Büro, beim Spazierengehen, auf dem Rad, etc. anwenden können. Ich erkläre Klienten explizit, aus welchen Gründen ich erst ihre Stärken stärken möchte und somit ihr Selbstvertrauen, bevor wir uns ihre Probleme, Anliegen, Herausforderungen anschauen. Stärken und Selbstvertrauen als stabiles Fundament des eigenen Lebenshauses reduzieren viele Probleme von selbst, Blockaden werden automatisch kleiner.antje-heimsoeth-im-zwiegespraech-mit-jonny-hofer-2

Wenn man erfolgreich sein und siegen möchte, dann muss man auch den „Preis“ (nicht unbedingt finanziell), also die Konsequenzen für seine eigenen Ziele „bezahlen“, einkalkulieren. Mentaltraining heißt üben, üben, üben. Meine Klienten kommen nicht zu mir, um sich ein Rezept für ein Medikament abzuholen und dann ist alles wieder top.

Mentale Übungen müssen genauso geübt und wiederholt werden wie Lektionen, Fitnesstraining und Technik im Sport. Die Verantwortung hierfür liegt bei jedem selbst.

 

Bisher wurde in den Medien meist von Mentaltraining im Sport gesprochen oder berichtet. Dort jedoch vor allem in sogenannten Einzelsportarten wie Tennis oder Golf. Ist denn Mentaltraining mittlerweile in der Wirtschaft als wichtiges Instrument zur Mitarbeiterbindung und Mitarbeiterförderung und somit als eines zur Umsatzverbesserung angekommen?

 

Nein, denn viele wissen gar nichts mit dem Begriff Mentale Stärke oder Mentaltraining anzufangen.

Und schon gar nicht als Weg zur Mitarbeiterbindung und –förderung, wohl um Führungskäfte zu informieren und zu coachen. Sie sehen, ich differenziere hier in Mitarbeiter und Führungskräfte.

Mein Ratgeber „Chefsache Kopf“ wurde letztes Jahr veröffentlicht, Zielgruppe: Führungskräfte, erschienen bei Springer Gabler und ich veröffentliche regelmäßig Fachbeiträge in der Presse, um das Thema in die Köpfe von Personalern, Vorständen, Managern und Entscheidern zu bringen. Doch ich muss Ihnen widersprechen, dass von Mentaltraining vor allem in Einzelsportarten die Rede ist. Spätestens seit Jürgen Klinsmanns Zeit als Trainer der deutschen Fußballnationalmannschaft hat die Rolle mentaler Stärke auch in Mannschaftssportarten an Bedeutung gewonnen. Oder glauben Sie wirklich, die Nationalelf hat die WM 2014 nur wegen ihrer körperlichen und technischen Überlegenheit gewonnen? Gerade im Hinblick auf Teamarbeit und wie man ein Team führt, sage ich: Die Wirtschaft kann noch viel vom Spitzensport lernen.


Ähnliche Gedanken äußerte bereits der ehemalige Welthockeyspieler Stefan Blöcher in einem Zwiegespräch. Aus seiner Sicht hat ihm vor allem seine mentale Stärke bei dem Schritt vom Weltklassesportler hin zum selbstständigen Unternehmer geholfen. Wie kann sich denn ein Unternehmer, Vorstand, Manager, Entscheider solch einen Einstieg eines Mentaltrainings der einzelnen Hierarchien im Unternehmen vorstellen?

 

Der Einstieg in ein Mentaltraining kann ganz unterschiedlich sein. Das hängt u.a. davon ab, wie viel Zeit und Geld investiert werden soll. Ich starte ganz gerne mit einem eintägigen Workshop zum Thema „Mentale und emotionale Stärke“. Das kann man dann zum Beispiel noch begleiten mit Einzelcoachings  (zwei bis vier Stunden) und dann ein Vierteljahr oder ein halbes Jahr später ein Follow up. Man kann als Einstieg aber auch einen Vortrag halten, kann diesen dann vertiefen, indem man den Teilnehmern die Möglichkeit gibt, noch den Online-Kurs zu buchen.


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Heimsoeth Academy
Antje Heimsoeth

Expertin für Mentale Stärke, Selbstführung und Motivation, Vermessungsingenieurin / Diplom Geodäsie, Keynote-Speaker – inspirierende Vorträge,

vortragsrednerin-antje-heimsoethausgezeichnet als „Vortragsrednerin des Jahres 2014“,

Mental Coach, „Deutschlands renommierteste Motivationstrainerin“ (FOCUS), Coach, DVNLP – hochwirksame Coachings, Business Coach, ECA Sport Coach (Master Competence), Gesundheitstrainerin, Lehr Coach & Lehr Trainerin European Coaching Association (ECA), Lehrinstitut ECA, Lehrtrainerin, DVNLP, ÖDVNLP und der ECA, Member of GSA, Golf-Fitnesscoach, Lern-Coach (nlpaed), Bestsellerautorin u.a. im Springer Verlag, Hochschullehrbeauftragte.
Namhafte Unternehmen wie AIDA, MS Europa 2, adidas, Lufthansa Technik AG, Axis Communications GmbH, Tecan Trading AG, Car Garantie, Volksbank eG Mosbach, HypoVereinsbank AG, Sparkassen, Otto Group, BMW, usw. zählen zu ihren Kunden.

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