… Gerd Ziegler

Avatar-ZwiegesprächEleanor Roosevelt war die wohl in ihrer Zeit einflussreichste Menschenrechtsaktivistin und manche gehen sogar soweit zu behaupten, dass sie wohl die einflussreichste Frau der amerikanischen Politik des 20. Jahrhunderts war. Egal – wie auch immer, von ihr soll nachfolgendes Zitat stammen:

„Die Zukunft gehört denen, die an die Wahrhaftigkeit ihrer Träume glauben.“

Aktivistin und Präsidentengattin zuzüglich Träume, für den ein oder anderen passt das kaum zusammen. Natürlich könnte man vermuten, dass diese Frau, geboren zur Zeit des „Wilden Westens“ daran glaubte, dass Träume solange nur stark genug geträumt auch war werden können, ist das auch heute noch so?

Wer kann sich denn heute noch Träume leisten? Was wird aus meinen Träumen, in der Vergangenheit und Gegenwart erträumt, in dieser schnelllebigen Zeit? Werden sie von allem überholt?

Gerade stelle ich mir viele Fragen und was fällt mir ein – George Bernhard Shaw – der auch einst seinen Teil zum Thema beigetragen hatte mit der Fragestellung: „Ihr aber seht und sagt: Warum? Aber ich träume und sage: Warum nicht?“

In seinen Träumen steckten also schon eventuelle Ergebnisse oder versteckte Ziele. Herr Ziegler, sie träumen auch noch?

Ob Eleanor Roosevelt glaubte, dass Träume wahr werden, wenn man stark genug träumt, weiß ich natürlich nicht, aber ich vermute mal, dass träumen zwar die Grundlage aller Veränderung ist, aber eine konkrete Handlung folgen sollte, damit diese Träume wahr werden können.

Wer kann sich heute noch Träume leisten? – Nun, ich bin so frei und antworte mit einer Gegenfrage: Können wir es uns leisten auf  Träume zu verzichten? 
Tatsächlich gehen viele Träume im Alltag verloren und verflüchtigen sich mit der Zeit, aber es gibt auch ein paar, die verfolgen uns hartnäckig und tauchen immer wieder auf. Ob wir sie dann tatsächlich zu fassen bekommen und sie, wie einen großen Fisch an der Angel aus dem Teich unseres Lebens an Land ziehen können, das hängt von unserer Bereitschaft ab uns sorgsam um diesen Traum zu kümmern und ihm einen genügend großen Anteil von unserer Zeit zu widmen.

Wir haben ja schließlich immer noch genauso viel oder wenig Zeit wie vor 100 oder 1000 Jahren. Lediglich die Fülle an Möglichkeiten, die wir in unsere Lebenszeit reinpacken können ist größer geworden. Wir können also entscheiden, ob wir unsere Zeit mit Dingen verbringen, die wir wollen, oder mit Dingen, die wir scheinbar tun müssen.

Die Fragestellung von George Bernard Shaw ist also schon entscheidend. Ob ich mich frage, ob ich es wert bin oder ob ich fähig bin meine Träume zu verwirklichen, also warum es ausgerechnet mir gelingen sollte oder ob ich frage: warum eigentlich ausgerechnet ich nicht?

Es ist ja schon genügend anderen Menschen vor mir gelungen. Somit auch die Antwort auf Ihre letzte Frage: Ja, ich träume gerne und viel und ab und zu gelingt es mir auch einen dieser Träume einzufangen und in die Realität zu ziehen 😉

Dazu fällt ein Zitat meiner Frau ein, dass ich vor kurzem gelesen habe 😉 Auch ich lese und meistens interessiert mich auch, was meine Frau so schreibt: „Einen Verlust kann ich immer sehr gut ertragen, nämlich den eines Traumes – eines Traumes, der keiner mehr ist – da er in Erfüllung ging.“

Wie sieht diese Situation bei ihnen aus, habe sie eine Art Trauer wenn ihre Träume nach eine Phase des Glücks erfüllt sind oder eher innerer Zuspruch, große Motivation?


Das Gefühl der Leere und Trauer nach dem Erreichen eines Traumziels kennen wir wohl alle. Ich nehme an das hängt damit zusammen, dass wir eine Art Leitstern, und damit auch ein Stück Orientierung und Lebenssinn verlieren, wenn wir einen lange gehegten und angestrebten Traum realisiert haben.

Im Buch habe ich mich diesem Thema im Kapitel „Sinn, Zweck und Bedeutung von Zielen“ gewidmet. Der Sinn eines Ziels (also eines Traums mit Umsetzungsdatum), liegt nicht nur in dessen Erreichung, sondern bezieht seinen Wert daraus, wer oder was wir werden müssen um es zu erreichen.

Wer das für sich erkannt hat, für den wird der Weg zum Ziel wichtiger, als der Traum / das Ziel selbst und er oder sie kann aus der Traumerfüllung Kraft und Freude beziehen. Schließlich kann der eigentliche Zweck hinter dem Traum weiter gelebt werden, nämlich persönlich zu wachsen, sich zu entwickeln und meist auch einen Beitrag zum großen Ganzen zu leisten.

Normalerweise sind sie ja derjenige, der die Fragen stellt. Auf ihrer Plattform WISSEN IST MACHT TV wimt-tv-logo haben sie eine bereits große Sammlung von interessanten Interview´s mit Menschen aus allerlei Berufsgruppen. Sie selbst beschreiben auch im Buch, dass vieles aus diesen Interview´s sie weitergebracht hat, sie inspiriert hat – auch ihr eigenes Buch zu schreiben. Wohin soll sich, besser wohin möchten sie diese Reihe hin weiterentwickeln?

Ja, das ist richtig. Die meisten Interviews sind fast schon kleine Seminareinheiten, von denen wir selbst natürlich auch lernen und profitieren. Vor allem, weil man in der Summe der Interviews mit der Zeit gewisse Muster, aber auch Unterschiede herauslesen kann. Dies soll für den Zuschauer, Leser und Hörer (es gibt ja auch Blickpunkte per Blog und als Podcast), auch in Zukunft so bleiben.

Er oder sie soll die Vielzahl von Möglichkeiten erkennen, die einem für das eigene Leben offen stehen und auch praktische Umsetzungstipps finden, damit das theoretische Wissen auch in der Realität Anwendung finden kann.
Auf Letzteres wollen wir in Zukunft, neben dem bisherigen Angebot, noch mehr Wert legen. gerd-ziegler-interview-rosemarie-hofer

Im Prinzip schwebt mir eine Plattform vor, auf der die Menschen sich für das eigene Traumleben inspirieren lassen können und auch gleich passende Möglichkeiten finden, sich bei der Umsetzung helfen zu lassen, oder sogenannte Schritt-für-Schritt-Anleitungen finden, um einzelne Bereiche schneller und effektiver zu bewältigen. An der Vorbereitung dieser Erweiterung arbeiten wir gerade mit verschiedenen Partnern.

Hört sich fast an, wie eine Art Internet/Online-Coaching oder Training. Ich stelle in meinen Coachings fest, dass hier der Teilnehmer wirklich an sich arbeiten möchte, sich entwickeln möchte, in den Trainings allerdings ist das anders. Meist werden die Teilnehmer vom Personalleiter geschickt und nur wenige sind wirklich motiviert – wie kann ich mir ein solches Coaching oder Training dann auf der Plattform vorstellen?

Da ein Angebot für Firmen bisher nicht angedacht ist und somit der einzelne Mensch selbst für sich etwas bucht und auch dafür bezahlt, gehe ich davon aus, dass er auch motiviert ist, seinen Nutzen daraus zu ziehen. Gewährleisten kann man das natürlich nicht.

Wir hatten bei der Erstellung von Onlinekursen im Kundenauftrag auch schon erlebt, dass einige wenige Käufer gebucht und bezahlt haben, aber nicht gestartet sind. Da war die Angst vor Veränderung wohl doch stärker und alles andere wurde wahrscheinlich plötzlich wichtiger. Das ist schade, denn die Überwindung solcher Verhaltensweisen bringt einen in mehrfacher Hinsicht weiter.

Ansonsten kann ein Onlineprodukt natürlich kein Eins-zu-Eins-Coaching ersetzen, sondern nur Anleitungen, Inspirationen, Blickpunkte und konkrete Übungen zu bestimmten Themen liefern, die den Nutzer zu seiner individuellen Lösung hinführen. Es kann also sowohl als preisgünstiger Einstieg, als Ergänzung oder als Vorstufe zum Coaching genutzt werden. Wir arbeiten an einer technischen Lösung, die beide Bereiche – Coaching und Training – etwas näher zusammenbringt. Das ist allerdings noch nicht soweit gediehen, dass es präsentiert werden kann 😉

Grundsätzlich ist es wichtig, das eigene Denken zu erweitern und die Myriaden von Möglichkeiten zu erkennen, womit und wie man sein Leben zubringen kann, und dass wir die Wahl haben, anstatt ausschließlich scheinbare Pflichten erfüllen zu müssen. Wer das erst mal für sich, als seine Wahrheit erkannt hat, kann in verschiedenen Abstufungen Unterstützung bei der Umsetzung seiner Vorstellungen finden. Video, Audio und natürlich die Text- und Grafikform stehen dafür zur Verfügung inklusive diverser Kommunikationskanäle für den Austausch etc.

Lieber Herr Ziegler, der amerikanische Filmemacher Rick Ray wurde gefragt, ob er nach seinem Interview mit dem Dalai Lama noch weitere Filme wie 10 Fragen an den Dalai Lama machen würde.

Seine Antwort darauf war, dass er es schon vorhatte, eine ganze Reihe mit anderen Persönlichkeiten in dieser Art zu drehen – nur ginge es nicht mehr, denn er könne sich nicht vorstellen, was diese noch zu sagen hätten. Haben sie auch einen Gesprächspartner, bei dem sie sagen würden, den noch und dann war´s das?

Das Ziel der Interviews auf Wissen-ist-Macht.tv ist es, die bunte Vielfalt der Träume aufzuzeigen und die unterschiedlichen Wege, die Menschen einschlagen, um ein glückliches und erfülltes Leben zu führen. Dazu kann jeder Mensch beitragen, unabhängig von seinem Beruf oder seinem Status. Daher würde ich das für mich auch nicht an einer Person festmachen, sondern an der Inspiration und der Freude Neues zu entdecken.

Solange ich noch fündig werde in der Schatzkammer menschlicher Vielfältigkeit ist noch kein Ende geplant. Erst wenn sich das Gefühl einschleichen sollte, alles Wesentliche sei gesagt und aus allen Blickwinkeln gezeigt worden, wird sich das Ende nähern 😉

 

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Gerd Ziegler

Gerd Ziegler ist Mitbegründer und Moderator des Internetportals Wissen-ist-Macht.tv und er hat sich nicht nur auf diesem Medium den Fragen gewidmet: Wie kommt man vom Traum zum Ziel und schafft ein Leben nach den eigenen Vorstellungen.

Er hat zu diesem Thema zahlreiche Interviews mit Menschen geführt, die dies bereits für sich umgesetzt haben. Darüber hinaus hat er zahlreiche Erkenntnisse aus Weiterbildungen und eigene Erfahrungen gesammelt, die in seine Arbeit einfließen.

Gerd Ziegler ist 1964 in Schwäbisch Hall geboren und lebt in Künzelsau (Baden-Württemberg). Er hat Betriebswirtschaft studiert und seinen Master in Business-Administration (MBA) an der Business-School der University of East-London abgelegt.

Seine wahre Bestimmung hat er aber im Studium der Menschen und der Zusammenhänge gefunden, die unser Leben bestimmen. Sein aktuelles Buch „Vom Traum zum Ziel – endlich nach meinen eigenen Vorstellungen leben“ hat diese Zusammenhänge aufgegriffen und in praktikable Hintergrundinformationen und Anregungen umgesetzt.

 


Jeder Mensch wird mit einem Traum geboren, oder legt sich diesen im Lauf seines Lebens zu. Aber die wenigsten Menschen leben nach den eigenen Vorstellungen, geschweige denn, dass sie ein Traumleben führen. 
Einige Wenige aber schaffen es und die Frage ist: „Was machen diese Menschen anders?“

Was sind die Erfolgsfaktoren eines selbstbestimmten Lebens und wie kann man diese positiv für sich gestalten? Gerd Ziegler ist dieser Frage über einige Jahre auf der Internetplattform Wissen-ist-Macht.tv nachgegangen, hat dazu Blickpunkte und Inspirationen erstellt und zahlreiche Interviews mit Menschen geführt, die ihr Leben bereits nach den eigenen Vorstellungen gestalten.

Die Essenz dieser Interviews, sowie eigene Erfahrungen und Erlebnisse sind in dieses Buch eingeflossen, das sich von der üblichen Zielsetzungsliteratur abhebt, bei der es hauptsächlich um die Zielerreichung ansich geht. In diesem Buch geht es darum, ein glückliches und erfülltes Leben zu führen – unabhängig von der Zielerreichung. 

Vom Traum zum Ziel geht Ihren Träumen, Wünschen und Bedürfnissen auf den Grund und findet mit Ihnen gemeinsam die Hindernisse und Blockaden, die Sie von Ihrem Traumleben abhalten. Sie haben nur ein Leben – gestalten Sie es selbst, sonst machen es andere für Sie.

… Erwin Schmiedel

Avatar-ZwiegesprächDer fränkische Dichter und Epiker Wolfram von Eschenbach begann sein großes Werk mit dem Epilog „Wenn Zweifel Herzens Nachbar wird, die Seel sich in Leid verwirrt“ was in Verbindung mit dem Darauffolgenden, in vielerlei Betrachtungen und Wahrnehmungen enden kann. Allein für sich genommen ist es ein Zitat, welches uns sehr viel über uns Menschen sagt, egal aus welcher Epoche, egal aus welchem Land, egal aus welcher Gesellschaft. Von Eschenbachs Held Parzival, der sich in dem Versroman vom Unwissenden zum Gralskönig entwickelt, muss viel menschliches erleben.

Alles menschliche, angefangen vom Sinn des Lebens, über die Schuld, Sexualität, Gesellschaftsprobleme, die Gegensätze zwischen Mann und Frau usw. – alles muss er auf seiner Entwicklung durchleben!

Heute hat sich da wenig geändert, im realen, wie im fiktiven Leben. Ob es in der Zukunft anders sein wird – ich glaube kaum, solange wir noch Menschen mit Emotionen, mit Ängsten, mit Liebesbedürfnissen sind und unsere destruktive Art immer wieder durchbricht, sei es im kleinen miteinander oder im großen religiösen Miteinander.

Auch Richard Wagner (umstritten zu Recht oder Unrecht, sei an dieser Stelle dahingestellt) meinte zusammenfassend zu seinem Bühnenwerk des Parsival: „Man könnte sagen, dass da, wo die Religion künstlich wird, der Kunst es vorbehalten sei, den Kern der Religion zu retten, indem sie die mythischen Symbole, welche sie im eigentlichen Sinne als wahr geglaubt wissen will, ihrem sinnbildlichen Werte nach erfasst, um durch ideale Darstellung derselben die in ihnen verborgene tiefe Wahrheit erkennen zu lassen“ – soll bedeuten, dass das Stück ein Gleichnis, eine Botschaft darstellt durch die Entwicklung Parzivals.

Auch heute gibt es Menschen wie diesen Parzival, aus dem Nirgendwo gekommen schwingen sie sich auf, die Welt, ihre Welt zu erobern, mit all seinen Tücken, Freuden, Schwierigkeiten und glücklichen Momenten. Herr Schmiedel, kennen sie das Nirgendwo?

Nun zunächst einmal lassen Sie mich ein paar Worte zu der Figur des Parzival verlieren. Sein Name bedeutet „Der das Tal durchwandert“ oder wie anderswo vermerkt und umgangssprachlich „Mittendurch“. Keine schlechten Metaphern, wie ich finde und das in der ursprünglichsten Bedeutung dessen, was der Mensch erfahren muss, um quasi zu sich selbst zu gelangen.

In diesem Sinne ist seine Geschichte, vom unberührten Kind bis hin zum Gralskönig, mit all den Untiefen des Lebens die er durchwandern muss, der Weg, der Bewusstwerdung in einem Menschenleben schlechthin.

Es ist dies die Erkenntnis, dass alles Glück und Erfüllung, Gott und die Welt in uns selbst verborgen sind und bloß darauf warten von uns, eben dort,  entdeckt zu werden.

Zu Wagners Aussage, dass da, wo die Religion künstlich wird, es der Kunst vorbehalten sei, den Kern der Religion zu retten…… denke ich, dass er dies mindestens nach meinem Empfinden sehr gut interpretierte.

Die Kunst ist ein ewiges individuelles Ideal und die komprimierte Form des Ausdrucks menschlicher Gefühle, genau wie die Religion, jedoch vielleicht ein wenig freier von Dogmen und somit von Künstlichkeit. Alles zusammen versinnbildlicht den ewig – menschlichen Wunsch nach Geborgenheit und Liebe und ein wenig von der großen Lebensverantwortung (an Gott, an einen Helden …) abgeben zu können.

Freiheit ist im Zusammenhang mit Kunst, genau wie mit Religion, etwas Unumgängliches. Was „gut“ ist und was „schlecht“ ist, ist je nach Auffassung doch etwas relatives, wie auch die Suche nach einem Gott.

Trotzdem haben sich Generationen von Menschen und über alle Rassen und Religionen, sowie soziale und andere Unterschiede hinweg auf ein gewisses Ideal dessen was „Gut“ ist verständigt. Natürlich mit manchen Abstrichen.

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Foto: Alfred Pany

Mindestens Parzival ist die Verkörperung von Kunst und Religion, der Weg vom und wieder ins Paradies, auf einer neuen Ebene, nicht mehr unschuldig und unbewusst, aber dafür lebenserfahren, organisch, sich aller (eigenen) menschlich – seelischen Abgründe gewahr. Vom „lieben, guten Kind“, wie ihn seine Mutter dereinst nannte, hin zum reifen körperlich- geistig voll erfüllten Mann, der mitsamt (und nicht trotz) seiner Wünsche und Begierden und den daraus gewonnenen Erkenntnissen zum Gralskönig wird.

Für mich jedenfalls ist dies die tiefere Wahrheit darin. Genau wie Jesus, in der christlichen Lehre, ein Mensch aus Fleisch und Blut, mit Stärken und Schwächen war, so ist auch Parzival ein ebensolcher.

Das ist Kunst, das ist Philosophie, das ist Geist, das ist Gefühl, das ist Religion, das ist vor allem aber authentisches Leben. Parzival sind wir alle und ob wir liebe gute Kinder bleiben, oder irgendwann und im irdischen Leben noch, den heiligen Gral sehen, liegt ausschließlich an uns.

Das Nirgendwo ist kein Ort sondern eine Art „Non Zustand“. (Bewusst) Sein oder nicht (Bewusst) Sein, das ist hier die Frage…….

Bewusstseinszustände und Bewusstseinsänderungen beim Menschen zu erreichen, wird auch in Teilen der Musik zugeschrieben. Waren es früher Schamanengesänge so können es auch andere sein, wie es die Hirnforschung immer mehr auch wissenschaftlich belegt. Man muss dazu gar nicht erst die sogenannte Esoterik-Szene bemühen. Sie als Interpret vor allem Klassischer Werke wissen das im Grunde aus eigener Erfahrung, dazu brauchen sie keinen wissenschaftlichen Beleg. Warum schafft Musik das bei uns Menschen?

Ich würde noch weiter gehen und behaupten, dass Musik nicht nur partiell sondern de facto immer Bewusstseinsänderungen oder Zustände hervorrufen kann und dies auch tut.

Das allererste Instrument der Menschheitsgeschichte war die Stimme. Selbst Tiere benutzen ihre Stimmen um Musik zu machen. Vögel, Wale…. um nur zwei Beispiele zu nennen.

Dabei ist, um dies am Rande zu erwähnen die Kommunikation der Wale etwa 4x so komplex wie jene der Menschen, ihre Gesänge vielfältig und von individueller Einzigartigkeit. Musik zu machen, zu singen ist vor allem und hier knüpfe ich ein wenig an das erste Thema an, der Weg zu sich selbst. Es ist eine Form der Bewusstwerdung.

Als Sänger füge ich an, dass je näher man bei seiner eigenen souveränen Persönlichkeit angelangt ist, desto intensiver und glückbringender erlebt man den Gesang (die Musik). Musik machen bedeutet frei zu sein, es hat ein wenig von „Fliegen“! Gesangsunterricht für Manager, Politiker würde mit Sicherheit einiges bewegen.

Selbst „Passiver“ Musikgenuss ist meiner Ansicht nach ebenfalls eine Frage des „Bewusst Seins“, die Erlebnisfähigkeit steigt mit der eindeutigen Definition dessen, was man als angenehm und in irgendeiner Form berauschend …… erlebt. Bewusstseinszustände und Befindlichkeiten können bewusst herbeigeführt werden. Was wären etwa Filme ohne entsprechende Musik?

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=RaTuNxdaUNA]

In der heutigen Zeit nun neigen wir dazu alles erklären zu wollen, aber mal ehrlich, wer wollte z.B. Liebe als bloße chemische Reaktion zweier Körper, als solches und im speziellen zueinander definieren.

Was kann die Wissenschaft diesbezüglich leisten? Lassen wir doch der Musik ihr Geheimnis als wunderbare und gesundheitlich ungefährliche Droge, als komprimierte Manifestation menschlicher Empfindungen, als in Töne gegossenes Gefühl……

Das ist nicht nur genug, sondern eine ganze Menge, vor allem ein unglaubliches unvergleichliches Geschenk.

Bei diesem Punkt „Lassen wir doch der Musik ihr Geheimnis als wunderbare und gesundheitlich ungefährliche Droge, als komprimierte Manifestation menschlicher Empfindungen, als in Töne gegossenes Gefühl……“ möchte ich doch noch mal nachfragen, denn in ihrer autobiografischen Erzählung „Parzivals zweite Chance“
erfährt man sehr viel über Alkohol, menschliche Tragödien und schwierige Lebensverhältnisse. Ist Musik für sie eine Art verspätete Therapie geworden?

Musik ist für mich vor allem reiner Gefühlsausdruck und wenn man sie als Therapie oder Medikament ansehen möchte, so ist sie in jedem Fall zu allen möglichen Krankheiten passend. Für mich persönlich war wohl eher mein literarisches Erstlingswerk „Parzivals zweite Chance“ ein Weg mit meiner Vergangenheit abzuschließen, oder besser, sie als Teil meines Lebens zu akzeptieren. Ich stehe ihr heute ohne Zorn oder Wehleidigkeit gegenüber, weil man ja als Persönlichkeit stets die Summe all` seiner Erfahrungen ist.

Letztere sind zwar zugegebenermaßen nicht immer ganz so wunderbar ausgefallen, jedoch ich möchte im Hier und Jetzt keine einzige missen.  Auch wenn das seltsam klingt, aus heutiger Sicht bin ich sogar dankbar.

Um aber auf die Musik zurückzukommen, sie war/ist mir eher ein wunderbarer Helfer meiner „Selbstwerdung“ und dies ist ein Prozess der immer noch in Gang ist. Insgesamt ist es wohl schwierig den Einfluss verschiedener Gegebenheiten und Geschehnisse hinsichtlich der eigenen Entwicklung exakt zuzuordnen. Die eigene Wahrheit ist ja zudem etwas höchst Relatives. Im Zusammenhang mit Musik und ihren auf diverse Gebiete bezogenen Nutzen, würde ich aber ohne zu zögern fast alles „unterschreiben“!

Selbst zu wachsen, seine Persönlichkeit zu entwickeln, sein Leben selbstbestimmt zu leben, all das sind Dinge die sie ausstrahlen. Auch in ihrem Buch „Gottes seltsame Helden“
finden sich solche Erzählungen und Geschichten. Ihr Glaube daran, dass man alles schaffen kann, scheint literarisch wie auch im richtigen Leben unerschütterlich …

Ja die Selbstbestimmung und das eigenverantwortliche Handeln spielen eine große Rolle in meinem Leben. Natürlich sind gewisse, nennen wir es schicksalhafte, Situationen im Leben vorgegeben. Ich weigere mich jedoch alles als Gottgegeben hinzunehmen.

Meine Lieblings Metapher ist das Kartenspiel, bei dem der Spieler keinen Einfluss auf das Blatt hat, welches er erhält, aber sehr wohl auf das Spiel. Soll heißen, man kann mit einem guten Blatt lausig spielen, aber mit einem Schlechten phänomenal.

Im Übrigen wächst jeder mit seinen Aufgaben.

Wenn man versteht, dass alle Antworten welche man „im Außen“ sucht, zunächst einmal, in uns selbst zu finden sind, kann man mit nahezu jeder Situation im Leben fertig werden. Sich als bewusster Mensch mit allen Wünschen und Bedürfnissen wahrzunehmen und zu akzeptieren ist die vordringlichste Aufgabe um schließlich auch „im Außen“ ein erfülltes Leben zu führen.

Nach der Sache zu streben gilt es, nicht zu allererst den möglichen materiellen Erfolg zu suchen. Natürlich brauchen wir Geld um ein einigermaßen „befriedigendes“ Leben führen zu können, jedoch es darf nicht der (einzige) Beweggrund sein, warum wir einen Beruf, eine Aufgabe übernehmen.

Spaß und Freude zu haben gilt es! Ich halte nichts davon mit Dingen sein Brot zu verdienen, die man im Grunde seiner Seele nicht mag. Wie kann ich glücklich sein, wenn ich jeden Tag mit einem unguten Gefühl in der Magengegend in die Arbeit gehe?

Eine gewisse Demut dem gegenüber was man hat und nichts als selbstverständlich ansehen zu wollen ist, mindestens für mich, mit Sicherheit ein erstrebenswertes Ziel. Dem gegenüber steht ein gesunder Egoismus, der weis was man will und auch befriedigt werden sollte. Es ist ein Balanceakt. Jedem das seine und leben und leben lassen. Rückschlüsse auf den kategorischen Imperativ von Kant sind gewollt und beabsichtigt!

Schlussendlich glaube ich daran, dass der Mensch so „angelegt“ ist, dass er die Aufgaben, welche er bekommt auch bewältigen kann, also wenigstens die Anlagen dazu hat.

Der Sinn des Lebens, wenn ich das mal etwas pathetisch formulieren darf, ist für mich die Bewusstwerdung, welche durch die Erkenntnis, dass sie nur durch aktive selbstbestimmte Entscheidungen erfolgen kann vorangetrieben wird. Es ist der Weg ins ich……

Meine Bücher Parzivals zweite Chance und Gottes seltsame Helden vermitteln dies, so hoffe ich und wurden zu einem Großteil deswegen geschrieben, um Menschen Hoffnung zu geben und ihnen zu zeigen, dass sie sich immer helfen können, so lange sie auf ihre eigenen Fähigkeiten und Begabungen vertrauen. Als Nicht Christ möchte ich sinngemäß einen Satz aus der Bibel zitieren.

„Gott hat den Menschen nach seinem Abbild geschaffen….“ Nehmen wir das doch mal als immerhin möglich an, dann wären/ sind wir mindestens Herr über uns selbst und unsere Idee von der Welt……………….

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=dFTHJC_5AoQ&w=853&h=480]

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Erwin Schmiedel

Erwin-Schmiedel
Fotos: Alfred Pany

In Wien geboren, begann Erwin Schmiedel mit dem Gesangsstudium. Die erste stimmliche Ausbildung erfolgte an der Musikschule der Stadt Wien bei Prof. Monique Muth und später bei der russischen Sopranistin Prof. Ela Malkin. Fortsetzung seines Studiums bei Prof. Elfriede Obrowsky-Zimmermann, welches durch die Arbeit mit anderen namhaften Künstlern ergänzt wurde (auch am Reinhard – Seminar). Auf dem Sektor Oper arbeitet er mit KS Michael Pabst.

Schwerpunkt: Liedgesang.

Erwin Schmiedel ist vor allem die Wiederaufnahme jener Lieder und Balladen ein großes Anliegen, die in den letzten Jahrzehnten etwas in Vergessenheit gerieten. Besonderen Wert legt er dabei auf eine gehaltvolle Gestaltung im Gesangsstil früherer Jahre. Seine mächtige Stimme eignet sich besonders für die großen Balladen von CARL LOEWE, und hat jene Textdeutlichkeit aber auch das nötige „ piano „ für dieses Genre im Allgemeinen.

Vor allem im Bereich der großen Romantiker verfügt Erwin Schmiedel über ein äußerst umfangreiches Lied-Repertoire, das ergänzt wird durch ein breit gefächertes Spektrum an Opern-, Operetten- und kirchenmusikalischen Werken.

Classic-VoicesKonzerte der Wiener Musikschulen und des Konservatoriums der Stadt Wien, Veranstaltungen der Wiener Festwochen, zahlreiche Liederabende ( mit renommierten Liedbegleitern, wie Prof. Margit Fussi, Karl Macourek, Maki Saeki u.a. ) sowie Opern- und Kirchenkonzerte im In- und Ausland bilden den Rahmen für die breit gefächerte Tätigkeit des Künstlers. Mitwirkung bei diversen Opernabenden z. B. als „Graf“ in Lortzings „Waffenschmied“ oder als  ausgesprochen böser „Ritter Hadubrand“ in einem der selten gespieltem Einakter von H. I. Franz Biber. Auch die zahlreichen Auftritte in verschiedenen Kirchen in Wien, wie zb. Schubert, Piaristen, Reindorf, Karlskirche (in letzterer als Stammsolist) aber auch im restlichen Österreich, sowie die Zusammenarbeit mit verschiedenen Chören ( als Solist ) und natürlich im benachbarten Ausland dürfen hier nicht unerwähnt bleiben. Gemeinsam mit dem Ensemble Trio Musica Sacra ist er für die musikalische Messgestaltung bei sämtlichen Festmessen in der Wiener Karlskirche zuständig. Seit Dezember 2007 künstlerischer Leiter der Kirchenmusik.

Im Jahr 2001 wurde dem Sänger die Ehrenurkunde der internationalen „ROBERT STOLZ“ Gesellschaft für seine Treue zu Robert Stolz und seiner Musik anlässlich eines „GALAABENDS“ seitens der persönlich anwesenden Komponistengattin Fr. Prof. Einzi Stolz überreicht.